Fünf goldene Tipps für die gelungene Klassenfahrt
Ohne je eine pädagogische Prüfung absolviert zu haben, können wir auf die Erfahrung von 'zig Ferienfreizeiten und die Begleitung von noch mehr Klassenfahrten zurückgreifen. Wir kennen unser Heim und seine Stärken genau und wissen auch, was Kinder wirklich begeistert. Natürlich sind dies nur die allerallerwichtigsten Regeln für eine gelungene Klassenfahrt. Den Rest bringt die Erfahrung. Gerne beraten wir Sie auch ausführlich und geben Ihnen weitere Anregungen und Tipps - telefonisch, in der NABU-Geschäftsstelle oder vor Ort, melden Sie sich. Es ist Ihre Klasse und Ihre Fahrt. Es liegt in Ihrer Hand, wieviel Teamgeist Sie aus dem Haufen herauskitzeln. Wir möchten Ihnen mit diesen Tipps einfach helfen und nicht etwa Vorschriften machen. 1. Auf den Zimmern ...
Wir beobachten das immer wieder: Bestes Wetter und die Gören hängen unbeaufsichtigt auf den Zimmern herum, erzählen sich nach kurzer Zeit ihre Witze und Sprüche zum X-ten Mal und gehen sich auf den Zwirn. Die Folge: Lagerkoller schon an Tag Zwo, Streitereien, und verschwundene Sachen!
So spannend die neuen Zimmergenossen zunächst auch scheinen, hier braucht es sinnvolle Dosierung. Oder anders ausgedrückt: Wenn Sie diese Begegnungen für den späteren Abend aufsparen, ist das „Auf-dem-Zimmer-sein“ dann viel spannender, als sich dem Heimweh hinzugeben oder ständig den Lehrer-Feierabend vorm Ofen zu stören.

Unser Tipp:
Bei halbwegs vertretbarem Wetter (Schauer stören nur Weichkekse...) einfach alle Kinder rausschmeißen. Ob mit oder ohne Programm ist egal - die Kinder suchen sich ihr Spiel schon. Natürlich sollte es zwischendurch ein paar angeleitete Aktionen geben (siehe auch „Gruppenspiele“).
Wichtig ist dabei die ständige Kontrolle der Fernseh- und Computergeneration auf dem Gang: Toilettengänger (im Trakt I einfach die Außentür aufschließen und die Zwischentüren zum Gang abschließen) haben auf den Zimmern konsequent nix zu suchen und irgendwelche Plüschhasen, Bücher o.ä. muss man halt nach der nächsten Mahlzeit mitnehmen. Bleiben Sie hart, sonst rennen Sie jedem Prinzen oder Prinzesschen nach. Die Gruppe gewöhnt sich an diese Regel schnell und genießt die Spiele draußen sehr - und tobt sich aus!


2. Nachtruhe
Der größte Fehler bei einer Klassenfahrt ist, die Kinder gegen 21 Uhr ins Bett zu nötigen, um endlich Feierabend zu haben. Die Folge: Um 4:31 Uhr quakt die erste halbwegs ausgeschlafene Nase über den Gang und die Nachtruhe ist vorbei. Wir sehen immer wieder schwer übernächtigte und entsprechend übellaunige Lehrer sich durch unser Heim schleppen - das muss nicht sein! Dann doch lieber abends noch zwei Stunden drauflegen und dafür sieben, acht Stunden durchschlafen.
Auch wenn es „doch erst eine 2. Klasse“ ist, keine Ausreden. Die Kinder sind am Anreisetag nach einem ausgeschlafenen Wochenende mit vollen Akkus und absolut aufgekratzt unterwegs. Vor 23 Uhr sollte der Tag wirklich nicht enden.

Unser Tipp:

Wir bieten den Kindern auf den Freizeiten sehr erfolgreich einen Deal an: Sie dürfen so lange aufbleiben und sich in Zimmerlautstärke unterhalten, wie sie wollen. Dafür ist morgens bis zum Wecken Ruhe. Wenn's nicht klappt, sind die Betreuer halt so müde, dass es am nächsten Abend schon sehr früh ins Bett geht ... Diese Regel wiederholen wir mehrfach, damit auch die letzten Dödel es verstehen und sich einprägen.
Das bedeutet aber auch, dass nicht etwa ab 20:30 Uhr die herbeigesehnte Zimmerlautstärke einkehren kann. Seien Sie kreativ: Versteckenspiel im abgedunkelten Trakt, Nachtwanderung, Sonnenuntergangs-Wanderung, Korkenbad, Modenschau, Brettspiele, Schattenspiele im Taschenlampenlicht, Geschichte vorlesen -  es gibt so viele tolle Abendaktionen!


3. Lagerfeuer / Grillen
Keine Klassenfahrt ohne Feuer! Das geht absolut gar nicht! Nun ist nicht jeder mehr mit dem Bollerofen aufgewachsenen oder der Grill-König vor dem Herrn. Im Notfall bieten wir eine Lagerfeuer-/Grill-Begleitung für 20 € an. Aber ein Lagerfeuer muss einfach sein. Kokeln, Lieder singen und Geschichten in die Flammen erzählen sind einfach elementarer Bestandteil der Schullandheim-Pädagogik!

Unser Tipp:

Starten Sie am späten Nachmittag mit dem Sammeln von Brennholz, Sägen und Äxte können Sie von uns leihen. Ideal ist es, das Feuer mit dem Grillen zu verbinden, dann brauchen Sie nicht für 25 Personen die Würste zu wenden. Gehen Sie mit den Kindern auf Grillstock-Suche. Mindestens 1,5m lang und daumendick sollten die Stöcker sein. An der angespitzten Spitze (Messer ausleihbar) wird eine halbe Wurst oder Fleischstück solide aufgespießt und an der Lagerfeuerglut gegrillt.Egal ob verbrannt oder fast roh - diese Wurst schmeckt den Kindern garantiert besser als Bocuses beste Kreationen. Danach gibt es am Griffende des Stocks die Möglichkeit, Teig für Stockbrot aufzukleistern.
Übrigens: Bei uns ist der Duschgang nach dem Feuer Pflicht (alternativ Mondscheinbaden im Badeteteich) - oder wollen Sie im kalten Rauchgemüffel der Vorgänger schlafen?
Melden Sie den Grilltag bitte spätestens am Anreisetag bei der Küche an. Mittags ein volles Essen und abends dann plötzlich auf den Grilltrip kommen, ist nicht leistbar.


4. Gruppenspiele
Auch wenn Sie so schlecht laufen, fangen oder werfen können, dass es bestenfalls für die Paralympics reichen könnte - spielen Sie mit! Es ist das Größte für die Kinder, beim Völkerball endlich mal der Lehrerin einen überbraten zu dürfen. Es geht nicht darum, Bester zu sein und auch ehrgeizige Sportsfreunde sollten als mitspielender Schiedsrichter ruhig der schwächeren Mannschaft ein paar Punkte zuschanzen. Aber stellen Sie sich nicht mit der Trillerpfeife an den Rand. Nutzen Sie die Chance, aus den tradierten Rollenverhalten einmal auszubrechen, das Teamgefühl gewinnt dadurch ungemein.

Unser Tipp:
Machen Sie sich in der Sondersituation der Gruppenspiele ruhig zum Obst, seien Sie mittendrin! Ob Völkerball, Dritter Abschlag, Fußballturnier -  Anleitungen finden Sie in jedem halbwegs guten Spielebuch oder unserer Broschüre „Spielen & Basteln in und mit der Natur“. Das Spiel gewinnt für die Kinder enorm, wenn „die Erwachsenen“ richtig mitspielen.


5. Indoor-Spiele
Und immer wieder müssen wir den Mißbrauch unserer Regentagsangebote mit ansehen: Draußen scheint die Sonne und die Kinder spielen mittlerweile gelangweilt in der Spielothek oder wir sollen das Korkenbad öffnen. Unsere Regentagsangebote sind nicht als Ersatz für unvorbereitete oder lustlose Betreuer gedacht, die sich das Leben leichter machen wollen!
Auch wenn die Indoor-Haltung von Kindern vor Computer und Fernseher schwer in Mode ist, sie ist dennoch nicht richtig. Bedenken Sie eines: Wenn Sie unsere Regentags-Angebote schon am zweiten Tag „verballert“ haben, bleibt kein Reiz mehr für den Rest der Klassenfahrt und vor allem, wenn es wirklich schlechtes Wetter gibt!

Unser Tipp:
Halten Sie Korkenbad, Spielothek, Disco & Co so lange es geht als Trumpf im Ärmel. Sollten Sie  einfach kein schlechtes Wetter abbekommen, Ihr Pech. Dann lassen Sie die Kinder halt am späteren Mittwochabend mit Pyjamas eine Party im Korkenbad feiern (hier kann man auch gut Lollys verstecken und die Kinder suchen lassen ...) und geben Sie die Spielothek für eine Stunde vor der Abschlußdisco am Donnerstagabend frei.


Wir hoffen, Ihnen geholfen zu haben und wünschen eine tolle Zeit mit den einprägendsten Schlüsselerlebnissen in unserem Schullandheim Dreptefarm!

Das NABU-Dreptefarm-Team