| Löwen auf der Dreptefarm |
Hat der Ameisenlöwe eine Assel, einen Käfer oder eben eine Ameise gepackt, spritzt er ähnlich wie Spinnen ein lähmendes Gift ein, dass das Opfer im eigenen Körper verdaut. Dann saugt die Löwenlarve ihre Beute aus und schmeißt die leere Hülle mit Schwung über den Fallenrand. „Ein Ameisenlöwe kann mit seiner Fangzange sein zehnfaches Körpergewicht wegschleudern“, zeigt sich Hofmann beeindruckt. In der Regel zwei Jahre sitzen die drei Larvenstadien des Ameisenlöwe im Trichter. Dann verpuppt sie sich in einer sandbeklebten Kugel und schlüpft als libellenähnliche Ameisenjungfer. Die Larve kann bis zu acht Monate ohne Nahrung auskommen. „Besonders interessant finde ich, dass die Larve in der ganzen Zeit nicht ein Mal auf Klo gehen muss“, schmunzelt der NABU-Mann. Dem Tier fehle schlicht ein Loch für Ausscheidungen, eine Anpassung an den Extremlebensraum. Die Trichter findet man nur in regengeschützten, staubtrockenen Sandflächen, in feuchtem Sand funktioniere der Fangtrichter nicht. „Entweder leben die Tiere in der Natur unter schützenden Abruchkanten von Sandgruben oder eben unter dem überhängenden Dach eines Schullandheimes“, so Sönke Hofmann. „Ich finde Insekten total spannend, es gibt bei ihnen die abgedrehtesten Strategien“, ist der gelernte Förster begeistert. Daher werde sich die Sommerfreizeit des NABU auf der Dreptefarm einen Ameisenlöwen aus der Natur „borgen“ und ein paar Tage im Terrarium „dressieren“. „Ich sehe zwar wenig Chancen für die Nummer mit dem brennenden Reifen, aber wer weiß...?“, lacht Sönke Hofmann voller Vorfreude. Wer zwischen acht und 14 Jahre alt und von der Natur begeistert ist, kann sich für einen der Restplätze der Sommerfreizeit bewerben. Die zehn Tage Abenteuer in der Natur kosten für Mitglieder 269 Euro, sonst 309 Euro. Anmeldeformulare und Online-Tagebücher der bisherigen NABU-Freizeiten gibt es unter www.NABU-Bremen.de, weitere Infos unter 04 21 / 3 39 87 72. |